Der TUI Markencheck - Tendenziöse Berichterstattung oder berechtigte Kritik?

Hannover, 22. Januar 2013
Herr Köpers, dass der ARD Markencheck keine Werbesendung ist, war klar. Haben Sie damit gerechnet, dass TUI dermaßen ihr Fett wegkriegt?

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich sauer über das, was ich gestern Abend gesehen habe. Mit einer dermaßen negativen Darstellung der TUI hatte ich nicht gerechnet. Natürlich darf man an eine solche Sendung keine falschen Erwartungen haben. Der ARD Markencheck ist eine kritische Verbrauchersendung, die unterhalten soll. Es ist klar, dass es dabei nicht darum geht, Unternehmen über den grünen Klee zu loben, sondern vielmehr um einen kritischen Blick hinter die Kulissen. Dass die Berichterstattung jedoch derartig tendenziös ausfällt, war im Vorfeld zu keinem Zeitpunkt abzusehen. Auch wenn beim Markencheck immer auch nach negativen Aspekten gesucht wird, erwarte ich von einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender eine ausgewogene und faire Berichterstattung – und davon konnte keine Rede sein.

Wie waren die ersten Reaktionen auf den Beitrag?

In den sozialen Netzwerken (auf Twitter zum #Markencheck, auf der TUI Facebook Seite sowie im ARD  Chat nach der Sendung) wurde der TV-Beitrag überwiegend zerrissen und die Objektivität angezweifelt. Von „Äpfel und Birnen“ war die Rede, von der „Unmöglichkeit, komplett identische Urlaubsangebote zu identifizieren“ sowie von „Dschungelcamp- und RTL-Niveau“ des Checks. Zu TUI selbst war die Resonanz überwiegend positiv. Offenbar sind die Kunden in der Lage, einen solchen Beitrag richtig einzuordnen.

War TUI im Vorfeld über den Markencheck informiert? Wie hat sich die Zusammenarbeit mit den Redakteuren gestaltet?

Natürlich wussten wir, dass die ARD einen TUI Markencheck plant. Bevor es losging, gab es einen Anruf durch die Redaktion. Das war Anfang September. Bei einem ersten Vorgespräch war dann mein Eindruck, dass wir es hier mit journalistischen Profis zu tun haben. Die Autoren der Sendung waren bereits zu diesem frühen Zeitpunkt sehr gut informiert und kannten beispielsweise unsere neuen Hotelkonzepte nicht nur namentlich, sondern auch inhaltlich. Im Nachhinein bin ich jedoch von der Zusammenarbeit enttäuscht: Die Redakteure ließen in persönlichen Gesprächen immer wieder fallen, dass TUI sie durchaus überzeugt hat. Einer der Autoren hat mir verraten, dass es den Testern schwer fiel, bei der Hotelqualität überhaupt Mängel zu finden. Hier musste man offenbar länger suchen, bis man einige negative Beispiele gefunden hatte. Davon ist im fertigen Bericht leider nichts mehr zu spüren.

Einige Millionen Fernsehzuschauer werden den TUI Check gesehen haben. Fluch oder Segen?

Fakt ist: Im ARD Markencheck werden wirklich nur die absoluten Top-Marken aus Deutschland getestet. Und dazu gehört eben auch TUI. Wer hier dabei ist, über den wird gesprochen. Auch wenn der Beitrag im ersten Moment eher als Fluch denn als Segen erscheint, möchte ich dem Ganzen zumindest einen positiven Aspekt nicht absprechen: Die Zuschauer reden über uns. Und sie bringen ihre eigenen Sichtweisen und Erfahrungen mit TUI in diese Diskussion ein. Wie man bereits kurz nach der Sendung im Internet gesehen hat, stellen sich dabei viele auf unsere Seite. Ich gehe davon aus, dass uns der Beitrag trotz des negativen Tenors am Ende nicht nachhaltig schadet. Nächste Woche wird sowieso schon wieder eine andere Sau durchs Dorf getrieben.

Herr Köpers, vielen Dank für das Gespräch!

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